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Die Methoden der Chinesischen Medizin

Grundlage jeder Behandlung mit Chinesischer Medizin ist - wie in allen Medizinsystemen - eine genaue Befunderhebung und Diagnose. Dazu gelangen - neben dem Gespräch - insbesondere fein kalibrierte Techniken der Zungen- und Pulsdiagnose zur Anwendung.

Darauf aufbauend erfolgt die Behandlung wahlweise mit einer der 5 Methoden der Chinesischen Medizin:

  • Akupunktur: Die Akupunktur ist zweifelsohne die bekannteste und bei uns im Westen verbreitetste Methode der Chinesischen Medizin. Während ihre Hauptdomäne die Behandlung von Schmerzen und akuten Zuständen ist, kommt sie auch bei Chronischen Beschwerden erfolgreich zur Anwendung. Zur Akupunktur im weiteren Sinn gehört auch die Moxibustion (Abrennen von Beifusskraut auf Akupunkturpunkten), das Gua Sha (eine Schabetechnik der Chinesischen Volksmedizin) und das Schröpfen mit Glaskugeln, das auch in der westlichen - und vielen anderen - Naturheilkunde bekannt ist.
  • Tuina: Die Chinesische Medizin hat eine lange Tradition manueller Techniken wie Massage, Chiropraktik und reponierende Massnahmen. Das Spektrum reicht dabei von ausgesprochen sanften, aber sehr wirkungsvollen Behandlungen bis hin zu ausgesprochen invasiven Techniken, die im Westen in dieser Form im Rahmen der Chinesischen Medizin nicht praktiziert werden.

  • Arzneimitteltherapie: Die Chinesische Medizin kennt rund 45'000 Substanzen, von denen rund 4'500 in China und ca. 450 bei uns im Westen erhältlich sind. Sämtliche Arzneimittel werden nach verschiedenen Gesichtpunkten (z.B. Temperaturverhalten, energetische Wirkung oder Wirkort im Körper) klassifiziert und entsprechend eingesetzt. Während diese Methode in China rund 70% der Behandlungen ausmacht, ist sie bei uns im Westen erst in den letzten Jahren als Chinesische Phytotherapie (Kräuterheilkunde) stärker ins Zentrum des Interesses gerückt. Diese Bezeichnung ist insofern etwas irreführend, als dass viele Substanzen nicht pflanzlichen, sondern mineralischen oder tierischen Ursprungs sind. In Europa sind Substanzen seltener oder vom Aussterben bedrohter Pflanzen- oder Tierarten mittlerweile nicht (mehr) erhältlich.

  • Ernährungsberatung (Diätetik): Die Chinesische Ernährungstherapie ist einerseits eine eher unspezifische - jedoch sehr wichtige - Methode mit unterstützendem und präventiven Charakter, andererseits aber auch eine sehr weitentwickelte, eigenständige Therapiemethode. Sie ist eng mit der Arzneimitteltherapie verwandt und die Grenzen sind zum Teil fliessend.

  • Qi Gong: Übersetzt heisst Qi Gong etwa soviel wie "Arbeiten oder Üben mit der Lebensenergie". Diese Lebensenergie - im Chinesischen als "Qi" - bezeichnet, ist ein altes daoistischen Konzept und ein zentrales Element der gesamten Chinesischen Medizin. Dem Qi Gong kommt dabei in dreifacher Hinsicht eine grosse Bedeutung zu: Erstens als begleitende Massnahme der anderen Methoden. So wird es in China zum Beispiel mit grossem Erfolg in der Krebstherapie ergänzend einerseits zur Stärkung des Immunsystemund andererseits zur Linderung  der Nebenwirkungen der Chemotherapie eingesetzt. Zweitens ist Qi Gong ebenfalls eine  eigenständige Therapiemethode. In alten Überlieferungen finden sich zahlreiche Übungsabfolgen, die nicht nur allgemein kräftigenden Charakter haben, sondern auch für verschiedene Krankheitsmuster einsetzbar sind. Und drittens stellen die verschiedenen Qi Gong Systeme eine fast unverzichtbare Quelle für TherapeutInnen dar, die eigenen Energiespeicher immer wieder aufzufüllen und sich so optimal auf die Arbeit mit PatientInnen vorzubereiten.
     
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